Bildungsstreik Berlin

Besetzter Hörsaal an FU geräumt – Bildungsstreik geht weiter!

Nach etwa drei Monaten wurde an der FU Berlin in den frühen Morgenstunden des 14. Februar der seit November besetzte Hörsaal 1A geräumt. Die zum Zeitpunkt der Räumung im Hörsaal verbliebenen Aktivist_innen des Bildungsstreikes wurden unter Gewaltanwendung von Polizist_innen aus der Universität getragen und vorübergehend festgenommen.

Obwohl die Studierenden im Zuge der Besetzung erste Teilerfolge durchsetzen konnten, zeigten sich Politik und Universitätsleitung gegenüber deren Kernforderungen bisher weitestgehend ignorant: So fanden die Rufe nach einer grundlegenden Umstrukturierung der Lehr- und Lernbedingungen, dem Abbau sozialer Schranken beim Hochschulzugang sowie paritätischer Mitbestimmung in akademischen Gremien kein Gehör.

Anstatt mit den Besetzer_innen und den übrigen Studierenden in einen ernsthaften Dialog zu treten, zog es die Universitätsleitungleitung nun vor, die Verbliebenen von einem Einsatzkommando der Polizei und Mitarbeitern eines privaten Sicherheitsdienstes aus dem Universitätsgebäude räumen zu lassen – selbst ein auf Krücken angewiesener Studierender blieb davon nicht verschont.

AG Öffentlichkeitsarbeit der FU Berlin

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Kommentare

#1
Gast
14.02.2010 - 19:07

Es waren wohl leider nur Lippenbekenntnisse des FU-Präsidiums, die viele (einschlieslich mir) als echte Dialogbereitschaft (oder wenigstens einen zögerlichen Schritt auf die Stundenten zu) missverstanden hatten. Das Ziel war wohl eher die Stundenten ruhig zu halten, bis gräumt werden kann. Ich frage mich nur wohin das führen soll...

#2
Gast
14.02.2010 - 21:18

Das Datum lässt einen dazu verleiten zu wissen wohin das führen soll: Nazis in Dresden marschieren zu lassen...

#3
Gast
15.02.2010 - 14:02

Schade und traurig. Und wisst ihr was: Ich bin in Berlin (nicht an der FU) und wusste nicht mal, dass der Hörsaal besetzt ist.

#4
Gast
16.02.2010 - 17:53

Es wird sich erst etwas ändern wenn etwas großes wie ein Generalstreik organisiert werden kann und eine breite Öffentlichkeit interressiert wird. Wenn klar wird, dass eine breite Mehrheit der Studenten das nicht mehr mitmacht. Sowas wie........ Stell dir vor es ist Uni, und keiner geht hin. Ich bin 52 Jahre alt und kann Euch gut verstehen. Es ist ganz wichtig, dass die Studenten sich endlich zu wehren beginnen. Das ist zwar ein sehr schwieriges Unterfangen aber falls in diesem Land noch genügend Demokratie herrscht ist alles möglich. Ich möchte euch Mut zusprechen und wünsche viel Glück. mfg j.adam

#5
Gast
18.02.2010 - 11:16

Herr Adam ... böse ... es heißt: Studierende ...

#6
Gast
19.02.2010 - 19:08

@5: toll, wie du mit deinem kommentar jemandem antwortest, der dir eigentlich mut zusprechen wollte. (und da dir die ziele der feministischen linguistik wohl sehr am herzen liegen, wirst du wahrscheinlich auch die kritik an einem solchen verständnis von sprache kennen. deshalb erspare ich sie mir an dieser stelle). g6

#7
Gast
21.02.2010 - 18:55

Die feministische Linguistik packen wir mal ganz schnell in den BND-Praktikanten-Spalter-Kiste. Mut zusprechen können andere, besser sie wissen was sie itgendwie falsch gemacht haben. Jede Form von sich wehren gegen die herrschenden Zustände ist natürlich erstmal zu begrüßen, allerdings sollte man auch immer da eigene Weltbild hinterfragen können. Daher wirkte die Kernbesetzung Ende Januar - ich wa nur einmal da - auch irgendwie abweisend und abschreckend. Man könnte den Eindruck bekommen eine Gruppe von überemanzipierten Wohlstandskindern sich ja nicht mit den wirklich wichtigen Themen auseinandersetzen wollte. Eine völlig verdrehte Sichtweise auf die gescheitere Emanzipation - die nur zu noch mehr gesellschaftlicher Spaltung geführt hat - machten die Runde, von sozialen Themen keine Spur. Zu bedauern ist wohl auch die Verwunderung über Arbeitslose, warum sie sich denn nicht wehren. Das werden sie auch nicht, wenn Studenten nur für sich kämpfen werden. Ich hoffe einige haben auch sozial dazugelernt. Mal sehen im Sommer wird es definitiv Neubesetzungen geben, in jeden Fall in der HU, die schön im Zentrum liegt und wo die Kräfte zusammengezogen werden sollen, also eine zentrale Berlinweite Besetzung, dort wurden und werden auf Themen kontrowerser diskutiert.

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  • Autor: FU-Presse
  • erstellt am 14.02.10 - 18:10

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