Liebe Kommilitonen, vorab bringe ich meine Begeisterung dafür zum Ausdruck, wieviele wir bereits sind, die sich an den Streiks und Besetzungen beteiligen. Es ist sehr erfreulich zu sehen, dass es doch sehr viele politisch Interessierte gibt, die auch bereit sind, sich für ihre Ziele einzusetzen. Das tun wir gemeinsam und das tun wir friedlich – ich bin begeistert.
Wir haben ein gemeinsames Ziel: Wir wollen die Studienbedingungen auf vielen Ebenen verbessern.
Unter diesem gemeinsamen Ziel finden sich sehr viele Studenten aus den unterschiedlichsten politischen Richtungen zusammen und darunter sind auch viele, die parteipolitisch neutral sind. Es gibt dabei eine klare Tendenz zu erkennen: Besonders stark engagieren sich politisch linke Studenten und Bürger. Von diesem Engagement profitieren sehr oft sehr viele. So ergeben sich immer wieder Vorteile aus den guten infrastrukturellen und technischen Voraussetzungen der politisch aktiven Linken. Diese Vorteile sind keinesfalls zu unterschätzen, sie sind willkommen und erleichtern die Arbeit von allen in vielen Bereichen.
Allerdings verbinden sich damit mehrere Probleme, die ich hier kurz aufführen möchte: 1. Missbrauch der Veranstaltungen für politische Meinungsmache 2. Inhaltliche Zerstreuung 3. Öffentlichkeitswahrnehmung 4. "Wir-Gefühl" wird gestört, Moderate verlieren das Interesse
Zum ersten Punkt: Leider ist es in der Vergangenheit immer wieder vorgekommen, dass solche parteipolitisch neutralen Veranstaltungen missbraucht wurden für parteipolitische Meinungsmache. Einige Redner äußern sich nicht nur zum Anlass der Veranstaltung – in unserem Fall Bildungspolitik oder Hochschulpolitik – sondern gehen auch auf allgemeine gesellschaftliche Probleme ein und verknüpfen dies mit ihrem persönlichen politischen Standpunkt, für den sie dann andere zu überzeugen versuchen. Dies ist etwa auf der Abschlusskundgebung der großen Schüler- und Studentendemonstration am Bebelplatz passiert. Es begegnet einem aber auch sehr oft auf kleineren Veranstaltungen und stellt in vielerlei Hinsicht ein Problem dar. Es handelt sich bei dieser Art der Störung häufig um politisch linke Positionen. die für die jeweiligen Veranstaltungen in unangemessenem Ausmaß ausgebreitet werden. Zum Teil versuchen Redner, die Zuhörer von ihrem politischen Standpunkt zu überzeugen. Dies ist nicht in Ordnung. Parteipolitische Interessen müssen im Zuge des Bildungsstreikes zurückgestellt werden. Veranstaltungen dürfen nicht dafür missbraucht werden, um für den einen oder anderen parteipolitischen Standpunkt zu werben, propagieren etc.
Zum zweiten Punkt: Im Zuge des Bildungsstreikes und der zahlreichen Veranstaltungen befinden wir uns immer wieder in dem Dilemma, wie wir mit der Frage der gesellschaftlichen Verortung umgehen sollen. Es besteht sicherlich Konsens darüber, dass auch in der Schulpolitik gravierende Veränderungen nötig sind und auch in anderen Teilen der Gesellschaft und der Welt ein großer Handlungsbedarf besteht. Es ist sicherlich auch unser Interesse, dass wir mit dem Bildungsstreik uns nicht als Studenten von dem Rest der Gesellschaft absondern, sondern als Teil der Gesellschaft auftreten. An dieser Stelle fällt häufig der Elitenbegriff, den ich hier bewusst vermeide. In Diskussionen verursacht genau das immer wieder Probleme: Es gibt viele, die eine Auseinandersetzung mit den gesamtgesellschaftlichen Problemen im Kontext der Bildungspolitik für unerlässlich halten. Aber die Kapazitäten der Veranstaltungen sind in mehrfacher Hinsicht begrenzt. Einerseits ist Zeit ein knappes Gut: Ein Plenum kann nur eine begrenzte Zeit tagen und vor diesem Hintergrund erscheint es vielen Studenten wichtiger, sich auf die Probleme der Hochschulpolitik zu konzentrieren. Das bedeutet nicht, dass die anderen Probleme nicht anerkannt würden und es bedeutet nicht, dass wir mit den anderen Problemen als Studenten nichts zu tun haben möchten. Aber in einer zweistündigen Plenumssitzung mit Beiträgen aus einem großen Publikum sind sicherlich nicht einmal die hochschulpolitischen Themen vollständig zu erörtern. Es scheint also geboten, sich vorerst mit diesen zu befassen.
Auch – und damit gehe ich zum dritten Punkt über – verliert man in der Öffentlichkeit leicht die Glaubwürdigkeit, wenn man unrealistische und zuviele Ziele einfordert. Als Studenten und Vertreter von Studenten müssen wir im Moment eindeutige und konkrete Forderungen an die Politik und die einzelnen Hochschulverwaltungen stellen. Wenn auf einer Kundgebung neben diesen Forderungen auch für die Abschaffung des Welthungers durch die Umverteilung der Nahrungsmittel etc. plädiert wird, verlieren die Forderungen nach besseren Bildungsbedingungen ihre Bedeutung. Das ist sowohl inhaltlich der Fall wie auch in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit. Bei der oben angesprochenen Abschlusskundgebung wurden neben hochschul- und schulpolitischen Forderungen auch zahlreiche andere Forderungen gestellt. Dies hat eine Gesamtmenge an Forderungen ergeben, die unüberschaubar, unerreichbar und unspezifisch war. Es ist taktisch ungeschickt, zuviele und unspezifische Forderungen zu stellen, wenn man möchte, dass diese auch tatsächlich erfüllt werden. Auch ist es eine Frage der Glaubwürdigkeit und Seriösität. Wir brauchen bei diesem Bildungsstreik einen überschaubaren und übersichtlichen Forderungskatalog, der sich ausschließlich auf bildungspolitische Fragen beziehen darf. Damit kann man sich an Politiker und Universitätspräsidenten wenden.
Viertens – und hier sehe ich das eigentliche Problem – geht das studentische "Wir-Gefühl" verloren, wenn sich die Redebeiträge zu sehr in eine politische Richtung bewegen. Das können wir uns nicht erlauben! Sobald sich auf einer Veranstaltung zu viele Redebeiträge auf einen politischen Pol hinbewegen, grenzen sich innerlich all jene ab, die sich nicht mit dieser Richtung identifizieren können. Deshalb müssen wir politische Polarisierung vermeiden. Wir müssen als Studenten geschlossen sein und vor allem müssen wir viele sein. Sobald aber eine politische Richtung überhand gewinnt (und es reicht, wenn sie nur vermeintlich überhand gewinnt), verschreckt das die Unpolitischen und Moderaten. Es ist sehr häufig der Fall, dass bei den Veranstaltungen im Zuge des Bildungsstreik linksorientierte Redner quantitativ – aber auch in der Schärfe ihrer Forderungen – ein Plenum dominieren. Und genau das ist der Punkt, wo wir massive Einbußen bei den Teilnehmerzahlen verzeichnen. Wir verstehen uns als eine Bewegung von allen Studenten und für alle Studenten. Deshalb dürfen wir die nicht vergraulen, die mit Parteipolitik und politischen Lagern nichts am Hut haben möchten.
Ich habe mich mit sehr vielen Kommilitonen unterhalten, die den Eindruck gewonnen haben, dass es sich um einen linksorientierten Protest handele und die daraufhin die Veranstaltungen verlassen und sich aus dem aktiven Streik zurückgezogen haben. Das halte ich für ein gravierendes Problem.
Wir können es uns weder von der Anzahl der Protestierenden noch von der inhaltlichen Ausrichtung her leisten, die gemäßigte Basis zu verlieren. Der Protest ist nur dann erfolgreich, wenn wir von einem Großteil der Studenten unterstützt werden oder zumindest Sympathien auf der Mehrheit der Studenten haben. Studenten, die sich nicht aktiv an den Protesten beteiligen wollen, muss klar sein, dass wir auch in ihrem Sinne und für sie handeln und dass es sich bei unserem Protest nicht um eine Form der linken Gesellschaftskritik handelt. Es ist auch inhaltlich bedauerlich, wenn die moderaten Kräfte uns verlassen. Es ist wichtig, auch die Ideen und Impulse aus der Basis zu empfangen und nicht nur im eigenen gedanklichen Saft zu schmoren. Ziel muss es sein, sich gemeinsam und gemeinschaftlich für die bildungspolitischen Ziele einzusetzen und das können wir nur, wenn wir uns nicht in eine Richtung verirren und uns der Versuchung hingeben, zuviel auf einmal zu wollen.
Ich würde mich außerordentlich über konstruktive Beiträge freuen. Wie fasst ihr die Situation auf? Könnt ihr die Probleme, die ich dargelegt habe, nachvollziehen? Habe ich mich an bestimmten Punkten geirrt? Was kann man konkret unternehmen, wenn sich auf einer Veranstaltung eine politische Richtung massiv in den Vordergrund stellt? Eine politische Diskussion halte ich an dieser Stelle für wenig produktiv und möchte daher bitten, nicht in einen Lagerkampf zu verfallen. Auch verweise ich darauf, dass es sich hier um eine öffentliche Internetseite handelt, die von jedem (auch der Presse usw) gelesen werden kann. Wir sollten daher besonderen Wert darauf legen, die Beiträge sachlich zu formulieren und uns nicht persönlich anzugreifen.
Wir legen viel Wert darauf, dass jeder an dieser Seite mitgestalten kann!
Kommentare
Hi werter Autor (werte Autorin?)! Ich komme auf deinen Text leider nicht klar, weil du eine ziemlich chaotische Vermischung von linken Positionen und der Partei "Die Linke" vornimmst. Aber zu einigen deiner Punkte: Okay, ist es schlimm, dass wir viel fordern, auch Abstraktes? Ich denke nicht, denn wir wollen mehr, als "keine Anwesenheitslisten" - wir wollen an vielen Stellen eine grundlegende Richtungsänderung in der Hochschulpolitik. Das sorgt aber auch für Forderungen in einer anderen Dimension, als du sie dir offenbar wünschst. Ist es schlimm, wenn wir auch vom Welthunger sprechen? Tatsächlich habe ich gestern einen JuLi (JuLis=JungeLiberal=FDP-Jugen=nichtLinks) die Bildungsproteste kritisieren gesehen: Wie könne man sich über die Hochschullage aufregen, wo die Welt so viele andere Probleme wie Krieg und Hunger habe. Ist es schlimm, auf die gesamte Gesellschaft und Politik einzugehen? Nein. Wenn wir mehr als ein Elitenprotest sein wollen, ist es sogar unerlässlich! Niemand von uns schlägt vor, die Kitas einzusparen oder vielleicht HartzIV zu drücken, damit mehr Geld für die Studis da ist. Wenn wir das aber nicht unterstreichen, können wir schnell falsch interpretiert werden. Ist es schlimm, dass Studiprotest irgendwie links ist? Auf eine gewisse Weise, ist es doch nicht überraschend. Der RCDS (Studiorganisation der CDU) zum Beispiel würde niemals etwas derartiges organisieren. Seine Mitglieder vertrauen darauf, mit Karrierismus an der Stelle der Hierarchie anzukommen, wo sie vielleicht etwas ändern können. Das ist aber für uns keine Option, weil das zu indirekt ist, zu lange dauert, mehr mit individueller Machtgier zu tun hat - und die Hochschulen auch keinen Deut demokratischer macht. Darum sind wir in Ausdruck und Inhalt eben links - wie dutzende Generationen von Studiprotesten vor uns. Kurz: Ich sehe keinen Weg, diesen politischen Kampf unpolitisch und unlinks zu führen. Ja, ich auch ich will den Protest auf einer breiten Basis sehen. Aber zumindest für mich ist ein hierarchiefreier, breiter Basis-Protest unausweichlich links. Naja, vielleicht habe ich auch nur noch zu wenig gesehen.
(Es suckt, dass die Kommentarfunktion keine Absätze setzt...)
Grüß dich, Ben. Ich meine eigentlich nicht, etwas direkt über die Linkspartei geschrieben zu haben. Vielleicht könntest du die entsprechenden Textstellen einmal markieren, damit ich da eventuell noch einmal für Klarheit schaffen kann. Verwirren will ich mit Sicherheit nicht. "Ist es schlimm, wenn wir auch vom Welthunger sprechen?" Es ist dann störend, wenn man sich auf einer Veranstaltung befindet, bei der mit einem breitem Publikum über Probleme an der Hochschule geredet werden soll und für 400 Zuhörer zwei Stunden Zeit zur Verfügung stehen. Zeit ist einfach ein sehr knappes Gut und wenn von diesen zwei Stunden dann 5min verloren gehen, weil der Welthunger und die Bankenkrise angesprochen wird, dann ist das insofern kontraproduktiv, als dass es verhindert, sich mit dem eigentlichen Thema auseinanderzusetzen.
Hinweis an Kommentarschreiber: Offensichtlich werden Absätze nicht übernommen. Deshalb wäre es gut, wenn wir Absätze mit
markieren könnten, um die Beiträge etwas zu strukturieren.
Katja von der Uni Potsdam schreibt: “Statt die Bereitschaft für ein Entgegenkommen zu signalisieren, wurde ausschließlich versucht, unsere Forderungen mit Verweis auf konstruierte ”Sachzwänge” abzuwehren. Als ob es der richtige Weg ist, progressive Ideen an vorhandene Strukturen anzupassen, als an einer Verbesserung der Zustände zu arbeiten. Warum weigert sich die Universitätsleitung so entschieden mit uns gemeinsam die zugrundeliegenden Probleme anzupacken?” fragt Katja, eine der Ansprechpartner_innen der Besetzer_innen” ( Quelle: http:
linkpin.de/fpqe8o ) Das zugrundelegende System ist die neoliberale, individualistische Risikogesellschaft des 21. Jhd, indem ihr alle euch befindet. Wenn ihr was in der Uni verändern wollt, müsst ihr das System verändern, in dem die Uni sich befindet: Im Kapitalismus! Eine Systemveränderung schafft ihr nicht über Gespräche mit der herrschenden Klasse, sondern nur mit einer Revolution! Was ist Revoultion? Das habe ich bereits früher schon gesagt: http:
chris-b-online.de/blog/1348-rudi-dutschke-was-ist-revolution.html http:
www.youtube.com/watch?v=8W-9EIWWXWY Freundschaft! Rudi
Was hat denn der Kapitalismus damit zu tun, ob die Uni Anwesenheitspflichten abschafft oder nicht? Das ist eine Entscheidung, die innerhalb der Universität getroffen wird und für die man sicherlich keine Revolution braucht.
-Erstens möchte ich anmerken, dass durch die Art deiner Formulierungen das Wir-Gefühl scheinbar nur Männer zu betreffen scheint. Was ist mit den Student_innen, Bürger_innen etc?! Damit gleich überleitend zu: -Zweitens, es gibt schlichtweg nicht so etwas wie 'politische Neutralität', das nennt sich vielmehr 'Einverständnis mit dem Status Quo' und von dem wollen wir uns doch tatsächlich alle bildungspolitisch entfernen, oder etwa nicht? ("Politische Neutralität" vorzutäuschen oder zu verlangen schreckt den Großteil der tatsächlich Besetzenden, meiner Einschätzung nach, vermutlich mehr ab!) - ich stimme dir zu, was parteipolitische Interessen betrifft. Allerdings sind linke politische Meinungen nicht gleichzusetzen mit der Partei Die Linke oder dem SDS. -Drittens verstehe ich nicht, warum du den Begriff der Elitenbildung meiden möchtest, das Ignorieren, bzw Euphemisieren eines äußerst problematischen Tatbestandes finde ich persönlich nicht nachvollziehbar, bzw gefährlich. (Nicht einmal unsere ELITE-Uni tut das!) -Viertens erfordert eine lange Liste an bildungspolitischen Missständen auch eine entsprechende der Forderungen. Wo viel schief läuft, muss auch viel verändert werden. Das kann mensch der Presse gegenüber auch genauso formulieren. Die Bewegung ist viel eher ernst zu nehmen, eben weil die Bildungspolitik grundsätzlich in Frage gestellt wird und nicht nur die eigene Situation, bzw die Verbesserung nur der eigenen Lage angestrebt und thematisiert wird! -Fünftens, inwiefern begründest du die thematische Trennung von Bildung und Gesellschaft? Erste, spontane Assozioationen zu deinem Beitrag - auch nur eine (andere) Meinung. Gute Nacht
Die Anwesenheitspflicht ist Teil einer Autorität der herrschenden Klasse! Sie signalisiert: Du hast dich unterzuordnen und nicht selbstbestimmt zu lernen! Worunter soll sich der Student unterordnen? Unter das BA-MA-System, das "Skills" fördern will, die Humankapital ausbilden will und keine freien Gebildeten im Sinne der Aufklärung! Du findest du gleiche Anwesenheitspflicht in Schulen, in Betrieben, im Job-Center u.s.w...! Wer die Anwesenheitspflicht auf die Uni beschränkt, hat das grundlegende Problem der Autorität des Kapitalismus nicht verstanden, sondern doktort nur an Symptomen herum! Entsprechend wird der- oder diejenige sich dann fragen: "Warum weigert sich die Universitätsleitung so entschieden mit uns gemeinsam die zugrundeliegenden Probleme anzupacken?” Weil die Universitätsleitung kapitalistische Sachzwänge besitzt, die sie nicht verändern kann. Universitäten sind keine autonomen Gebilde, keine Freiräume! Kurz: Ihr habt nur 2 Möglichkeiten: Minimale Reformen oder grundlegende gesellschaftliche Veränderungen!
Vielen Dank, der Artikel spricht mir aus der Seele... :-)
zb im fünften Absatz fällt das Wort "parteipolitisch" gleich zweimal. Aus deinem Gesamtbeitrag und der Problematisierung linker Meinungen schlussfolgere auch ich logisch, dass du die Linkspartei meinst, wenn auch nicht explizit genannt
Es ist zum Heulen. Da gibt es mal einen vernünftigen Appell an die Linken, sich mal zurückzunehmen, weil sie mit ihrer Propaganda alles Andere erdrücken und dann kommen hier Leute an, deren Vokabular sie schon von jeder sachlichen Diskussion disqualifiziert.
"Kurz: Ihr habt nur 2 Möglichkeiten: Minimale Reformen oder grundlegende gesellschaftliche Veränderungen!" Du musst das anders formulieren: Wir haben zwei Möglichkeiten: Veränderungen im Raum Universität oder gar keine Veränderungen.
"Erstens möchte ich anmerken, dass durch die Art deiner Formulierungen das Wir-Gefühl scheinbar nur Männer zu betreffen scheint."
Gut, dass es nur so scheint, denn es ist nicht so. Google mal generisches Maskulinum und du wirst feststellen, dass die Welt dich ständig anspricht, du musst nur gewilt sein, hinzuhören.Und wo viel schief läuft, muss sicherlich viel verändert werden, aber nicht heute. Wenn ein Haus brennt, dann rettet man die Bewohner und sucht nicht nach der Brandursache. Das kann man machen, wenn die Bewohner aus der Gefahr gebracht sind und die Flammen gelöscht wurden. Du kannst nicht alles auf einmal ändern. Besser sind viele kleine Erfolge als vernarrte Prinzipienreiter, die gar nichts erreichen.
Die Uni ist nur eins von vielen brennenden Häusern. Nur weil DU gerade in diesem sitzt (und eben weil du in ihm sitzen kannst, viel eher die Möglichkeit haben wirst in ein Penthouse umzusiedeln) solltest du die Häuser nebenan nicht vergessen.
"zb im fünften Absatz fällt das Wort "parteipolitisch" gleich zweimal. Aus deinem Gesamtbeitrag und der Problematisierung linker Meinungen schlussfolgere auch ich logisch, dass du die Linkspartei meinst, wenn auch nicht explizit genannt"
Ähm... er hat doch gerade eben explizit gesagt, dass von der Linkspartei keine Rede ist. Das sollte das doch geklärt haben? Ich bezweifle auch, dass der Artikel eine sexuelle oder sonstwie geartete Diskriminierung bezweckt. Man kann in jede Formulierung alles mögliche hineininterpretieren, wenn man das möchte. Ist nur die Frage, ob das die Diskussion (wenn das hier denn eine ist) bereichert und voranbringt...
Von vergessen war nie die Rede. Aber man muss sich doch mal klar darüber werden, dass man nicht die ganze Welt an einem Tag retten kann. Wir machen jetzt einen BILDUNGSstreik und keinen Weltstreik. Wir kämpfen für konkrete Verbesserungen an unserer Hochschule und an allen europäischen Hochschulen.
Auf der Ebene lassen sich auch Erfolge erringen, auch wenn das mit Sicherheit schwer genug wird. Wenn andere nebenbei noch gegen Windmühlen kämpfen wollen, will sie da sicherlich keiner daran hindern. Aber ihr dürft dadurch nicht unseren Bildungsstreik blockieren und das ist genau das, was in den Veranstaltungen passiert.
Ihr nehmt euch raus, für eure politische Überzeugung die erklärten Ziele der Gemeinschaft zu gefährden und vergrault damit die anderen. Ihr maßt euch an, eure Wertvorstellungen als die wahren und richtigen darzustellen. DAS ist elitär, das schließt andere aus.
Welche "Gemeinschaft" hat welche Ziele bestimmt? An der Fu gab es heute ein offenes (angekündigtes) Plenum über die Bestimmung der Forderungen. Wo waren bei der Mehrheitsabstimmung die Leute, die sich von diesen ausgeschlossen fühlen?
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